,,Mur Méditerranée" von Louis-Philippe Dalembert erhält den Choix Goncourt de la Suisse 2019 [fr]

Bern, den 15. November 2019 - Die Studierendenjury von sieben Schweizer Universitäten und Hochschulen hat sich für den Roman ,,Mur Méditerranée" von Louis-Philippe Dalembert (Verlag Sabine Vespiesen) entschieden. Der Gewinner des 5. Choix Goncourt de la Suisse wurde am 14. November 2019 in der französischen Residenz in Bern bekanntgegeben. Die Verkündigung fand auf Einladung von Frédéric Journès, Botschafter Frankreichs in der Schweiz, und in Anwesenheit von Pierre Assouline, Mitglied der Académie Goncourt, statt.

Louis-Philippe Dalembert bietet uns realistische und fesselnde Beschreibungen, die die ewige Komplexität der Migration zeigen. Während seines Aufenthalts auf der Insel Lampedusa sammelte der Schriftsteller viele Zeugnisse. Dies ermöglichte es ihm, seine Geschichte in Form eines Dokumentarfilms zu erzählen und gleichzeitig den Gemütszustand jeder Figur im Roman objektiv darzustellen sagt Soraya Monticelli, Studentin an der Universität Basel und Mitglied der Jury des Choix Goncourt de la Suisse.

Der Choix Goncourt de la Suisse

ist ein von der französischen Botschaft verliehener Literaturpreis, der von der Agence universitaire de la Francophonie gestiftet und von der Académie Goncourt unterstützt wird. Letztere vergibt jedes Jahr in Paris den „Prix Goncourt“, den renommiertesten französischsprachigen Literaturpreis für Romanliteratur. Alle Sprachregionen des Landes sind in diesen Prozess eingebunden. So nehmen Studierende der Universitäten Basel, Bern, Freiburg, Neuenburg, Zürich und der italienischen Schweiz sowie der ETH Zürich daran teil.

Ich finde diese Initiative wunderbar. Sie fördert anspruchsvolles, uneigennütziges, leidenschaftliches Lesen für die junge Generation, der - zu Unrecht - mangelndes Interesse an Literatur vorgeworfen wird. Der Austausch zwischen Studierenden der drei Sprachregionen der Schweiz wird so unterstützt, so Frédéric Journès, Botschafter Frankreichs in der Schweiz.

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Der französische Prix Goncourt als Vorbild

Der Auswahlprozess des Choix Goncourt de la Suisse ist dem der Académie Goncourt in Frankreich nachempfunden. Die Studentinnen und Studenten lesen zunächst die 15 ausgewählten Bücher. Am Ende der ersten Beratungsrunde, die heuer am 18. Oktober an der Universität Zürich stattfand, wählte die Jury fünf Bücher aus. Die endgültige Entscheidung findet dann unter Ausschluss der Öffentlichkeit in der französischen Botschaft statt, im Anschluss an ein Mittagessen in Bern, dem Vorbild der französischen Preisverleihung folgend (die Schweizer Jury bestimmt ihren Gewinner somit vor der Bekanntgabe der Académie Goncourt). Das Ergebnis wird versiegelt in einem Tresor der französischen Botschaft aufbewahrt. Nach der Bekanntgabe des Gewinners lädt die Französische Botschaft diesen in Zusammenarbeit mit der Académie Goncourt und der Studierendenjury in die Schweiz ein. Der Gewinner der diesjährigen Ausgabe wird in Neuenburg eingeladen.

Inspiriert von den bereits bestehenden Auslands-Editionen des Prix Goncourt (darunter der Prix Goncourt de la Pologne, der 1998 den Anfang machte), wurde der Choix Goncourt de la Suisse im März 2015 auf Anregung vom Schriftsteller Pierre Assouline, Mitglied der Académie Goncourt, und des Baseler Professors

Pressekontakt:
Sandra Jamet
Attachée de presse
Ambassade de France
sandra.jamet@diplomatie.gouv.fr
Tel. +41 (0) 79 532 09 52

Letzte Änderung 15/11/2019

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