Tödliche Unfälle: Frankreich verschärft Tempolimit auf Landstraßen [fr]

Der in den letzten Jahren beobachtete Wiederanstieg von schweren Unfällen mit Todesfolge im französischen Straßenverkehr hat die Regierung zum Handeln gezwungen. Im Anschluss an die Sitzung des ständigen Regierungsausschusses zur Straßensicherheit (Comité interministériel de la sécurité routière) vom 9. Januar 2018 hat Premierminister Edouard Philippe deshalb einschneidende Maßnahmen zur Reduzierung der tödlichen Unfälle bekannt gegeben.

Folgende Maßnahmen werden zeitnah umgesetzt:

  • Senkung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf zweispurigen Straßen ohne bauliche Trennung von 90 km/h auf 80 km/h. Die Geschwindigkeitsbegrenzung tritt zum 1. Juli 2018 in Kraft. Am 1. Juli 2010 soll Bilanz gezogen werden.
  • Bekämpfung von Alkohol- und Drogenmissbrauch am Steuer, z.B. durch den Einsatz von Alkoholtests als Wegfahrsperre.
  • Bekämpfung der Nutzung von Mobiltelefonen am Steuer.
  • Verstärkter Schutz von Fußgängern durch die Sicherung von Fußgängerüberwegen, aber auch durch härtere Strafen gegen Fahrverstöße in diesem Bereich.
  • Verstärkung der Präventionsmaßnahmen durch Verkehrserziehung, insbesondere für Jugendliche.
Geschwindigkeit ist Hauptursache tödlicher Unfälle

Nachdem die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Todesfolge in Frankreich seit 1970 kontinuierlich zurückgegangen war, ist sie seit 2015 drei Jahre in Folge wieder gestiegen: 2014 um 3,4 %, 2015 um 2,2 % und 2016 um 0,5%. Im Jahr 2017 blieb die Zahl konstant. Unfälle im Straßenverkehr sind weiterhin die häufigste Ursache für einen gewaltsamen Tod: 2016 waren es 9 Todesopfer und 65 Schwerverletzte pro Tag. Das Jahr 2017 bestätigt diese Tendenz.

Erhöhte Geschwindigkeit ist weiterhin die Hauptursache für tödliche Verkehrsunfälle in Frankreich (31 %), gefolgt von Alkohol und Drogen (19 % bzw. 9 %). 55 % der tödlichen Unfälle geschehen auf zweispurigen Straßen ohne bauliche Trennung.

Letzte Änderung 12/01/2018

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