Wer wird im Jahr 2020 die Goncourt-Wahl der Schweiz sein? [fr]

Jedes Jahr im Herbst wählen Schweizer Studierende von sieben Universitäten und Fachhochschulen ihre Goncourt-Wahl. Sie reproduzieren das gleiche Verfahren der Goncourt-Akademie in Frankreich, die jedes Jahr in Paris den prestigeträchtigen "Prix Goncourt" an einen Roman des neuen literarischen Jahres verleiht.

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Pierre Assouline bei der Präsentation der "Choix Goncourt de la Suisse 2019" in der Residenz der französischen Botschaft in Bern

Seit 2015 bietet Le Choix Goncourt de la Suisse Studierenden der französischen Literatur (oder verwandter Disziplinen) die Möglichkeit, die im Herbst von der Académie Goncourt ausgewählte Auswahl französischsprachiger Werke zu lesen und ihr Lieblingsbuch zu wählen. Die Studierenden kommen aus unterschiedlichen akademischen Hintergründen und verschiedenen Sprachregionen und kommen von den Universitäten Basel, Bern, Freiburg, Neuenburg, Zürich, der Universität der italienischen Schweiz und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETHZ).

Diese Ausgabe der Schweizer Goncourt-Auswahl ist von der Goncourt-Akademie in Frankreich inspiriert. Die Studenten lesen zunächst die fünfzehn konkurrierenden Bücher. Am Ende der ersten Beratung wählt die Studentenjury fünf Werke aus. Die abschließende Beratung findet dann hinter verschlossenen Türen statt (in der Regel vor der Bekanntgabe der Académie Goncourt), und das Ergebnis wird bis zur Bekanntgabe des Siegers in einem Safe der französischen Botschaft hinterlegt. Der Gewinner des Choix Goncourt de la Suisse wird schliesslich in die "Résidence de France" in die Schweiz eingeladen, um die Juroren während eines Meisterkurses zu treffen und eine öffentliche Lesung zu halten. Covid-19 verpflichtet die Schülerinnen und Schüler, sich in diesem Jahr online zu treffen, um zu debattieren und ihren Goncourt auszuwählen.

Tauchen Sie in der ersten Etappe dieses frankophonen Abenteuers gemeinsam mit den Schülern in die Bücher dieser sechsten Ausgabe ein:

• Mohammed AÏSSAOUI, Les funambules (Gallimard)
• Djaïli AMADOU AMAL, Les impatientes (Emmanuelle Collas)
• Miguel BONNEFOY, Héritage (Rivages)
• Emmanuel CARRÈRE, Yoga (P.O.L)
• Sarah CHICHE, Saturne (Seuil)
• Irène FRAIN, Un crime sans importance (Seuil)
• Lola LAFON, Chavirer (Actes Sud)
• Hervé LE TELLIER, L’anomalie (Gallimard)
• Jean-Pierre MARTIN, Mes fous (L’Olivier)
• Carole MARTINEZ, Les roses fauves (Gallimard)
• Tobie NATHAN, La Société des Belles Personnes (Stock)
• Camille PASCAL, La chambre des dupes (Plon)
• Maël RENOUARD, L’historiographie du Royaume (Grasset)
• Maud SIMMONOT, L’enfant céleste (L’Observatoire)
• Camille de TOLEDO, Thésée, sa vie nouvelle (Verdier)

Die Bücher der Auswahl und ihre Abstracts finden Sie auf der Website der ETH Zürich

Wir sehen uns im Oktober zur ersten Beratung der Schweizer Studentenjury!

Im Jahr 2019 wurde die "Mur Méditerranée" von Louis-Philippe Dalembert, herausgegeben von Sabine Wespieser, mit dem Goncourt-Preis der Schweiz ausgezeichnet.

Inspiriert durch die verschiedenen bereits im Ausland existierenden Preise, von denen der erste der polnische Goncourt-Preis (1998) war, wurde der Schweizer Goncourt-Preis im März 2015 auf Anregung von Pierre Assouline, Mitglied der Goncourt-Akademie, und Professor Robert Kopp aus Basel ins Leben gerufen. Seit ihrer Gründung hat es mehrere hundert literarbegeisterte Studierende von Universitäten aus der ganzen Schweiz mobilisiert.

Dieser Literaturpreis wird von der französischen Botschaft und den Schweizer Partneruniversitäten und -hochschulen unterstützt. Es wird von der Agence universitaire de la Francophonie, Payot Libraire und der AMOPA-Sektion der Schweiz unterstützt und von der Académie Goncourt gesponsert.

Letzte Änderung 20/10/2020

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