Wissenschaftliche und technologische Informationen zu Frankreich [fr]

Allgemeine Informationen

Frankreich ist ein Wissenschaftsland. Im Jahr 2015 wies Frankreich ein ausgeglichenes Fachprofil auf, das jedoch eine starke Spezialisierung in der Mathematik aufweist. Die Anzahl von 11 Nobelpreisen und 4 Fields-Medaillen, die französischen Forschern seit 2000 verliehen worden sind, verdeutlichen die Ausstrahlung der französischen Forschung. Hinsichtlich der Anzahl an Veröffentlichungen belegte Frankreich im Jahr 2015 weltweit den 7. Rang (3,3%), mit einem Impact-Faktor [1] von 1,05, der in den vergangenen zehn Jahren angestiegen ist. Hinsichtlich der Anzahl von Patenten liegt Frankreich auf dem 4. Rang der europäischen Patente (6,3%) und besitzt seit 2009 einen stabilen Anteil.

Auf multilateraler Ebene ist Frankreich zum Stichtag 31. Mai 2017 an 22,1% der im europäischen Rahmenprogramm Horizon 2020 durchgeführten Projekte beteiligt und koordiniert 9,2% der H2020-Projekte. Mit 10,6% der vergebenen Subventionen ist Frankreich der 3. Empfänger europäischer Forschungsmittel.

Die französischen Forschungsausgaben sind im Jahr 2013 auf 47,5 Milliarden Euro angestiegen, was 2,2% des BIP ausmacht. Hinsichtlich der Anstrengungen in Forschung und Entwicklung nahm Frankreich 2013 (2,2%) den 13. Platz der Länder der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hinter Südkorea (4,1%), Japan (3,5%), Deutschland (2,9%) und den Vereinigten Staaten (2,7%) ein, lag aber auch hinter Staaten mit einer mittleren Wirtschaftsleistung, die einen bedeutenden Teil ihres BIP in Forschung und Entwicklung investieren: Finnland (3,3%) und Schweden (3,3%), die sich auf dem 3. und 5. Platz befinden. Frankreich befindet sich unter dem Durchschnitt der OECD-Staaten (2,4%), aber über dem EU-Durchschnitt (1,9% im Jahr 2013).

Im weltweiten Vergleich liegt Frankreich mit 9,3 Forschern pro 1000 Werktätigen hinter Südkorea und Japan, aber vor Grossbritannien, Deutschland und den Vereinigten Staaten. Im Jahr 2014 haben die französischen Unternehmen 161.800 Forscher in Vollzeitäquivalenz angestellt. Diese Zahl ist seit 2009 um 21% angestiegen und ist schneller gestiegen als die der Forscher im öffentlichen Dienst, die 104.900 Personen beträgt (+5,9% in 5 Jahren).

Politik zur Stärkung von Forschung und Innovation

Auf dem Gipfel von Lissabon im Jahr 2000 hat die Europäische Union beschlossen, den Anteil ihrer Ausgaben für Forschung und Entwicklung zu erhöhen, um ihren Rückstand gegenüber den USA und Japan aufzuholen. Um dieses Ziel zu erreichen, hat Frankreich 2006 ein Gesetz zur Forschungsplanung verabschiedet, das die Organisation und Finanzierung des französischen Forschungs- und Innovationssystems tiefgreifend verändert hat und von einer bedeutenden Haushaltserhöhung begleitet wurde.

Dieses Gesetz verfolgt die folgenden grundlegenden Ziele:

- Stärkung der Fähigkeit zur strategischen Ausrichtung durch die Schaffung des Hohen Rates für Wissenschaft und Technologie (HCST);

- Entwicklung der Finanzierungsmöglichkeiten für Projekte mit den Finanzierungsgruppen zweier Einrichtungen: der Finanzierungsgenossenschaft BPI France und der nationalen Forschungsagentur (ANR);

- systematische Bewertung der Forscherteams, Labore und Forschungseinrichtungen durch die Schaffung der Agentur zur Evaluierung der Forschung und der Hochschullehre (High Council for Evaluation of Research and Higher Education (Hcéres));

- Intensivierung der Innovationsdynamik und der Annäherung zwischen öffentlicher und privater Forschung mit der Schaffung von Wettbewerbsclustern, themenbezogenen Netzwerken für fortgeschrittene Forschung (RTRA) und den Carnot-Instituten;

- Stärkung der Integration des französischen Forschungssystems in den Europäischen Forschungsraum (EFR).

Das französische Gesetz zur Hochschullehre und Forschung wurde am 22. Juli 2013 verabschiedet. Zahlreiche Massnahmen sind dadurch in diesem Bereich in Kraft getreten. Unter Beibehaltung wichtiger Prinzipien wie der Autonomie und der Zusammenarbeit der Universitäten hat dieses Gesetz zahlreiche Fortschritte erzielen können, wie beispielsweise: die Verbesserung der Beratungsmechanismen, die Vereinfachung des Bildungsangebots, die Einrichtung der Plattform FUN (Frankreich digitale Universität), die Eröffnung von 41 offenen Massen-Online-Kursen (Stand: 22. Juli 2014), die Schaffung von Hochschulen für Lehrer und Bildung (ESPE), die bessere Berücksichtigung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern sowie die Schaffung von studentischen Zentren für Innovation, Transfer und Unternehmertum (PEPITE) und die Vereinfachung des geistigen Eigentums mit einem Einzelvertreter zur schnelleren Patentübertragung.

Zusätzliche Informationen

- L’état de l’emploi scientifique en France-Édition 2016 (Stand der wissenschaftlichen Beschäftigung in Frankreich, Ausgabe 2016)

- Repères et références statistiques sur les enseignements, la formation et la recherche – 2016 (Orientierungspunkte und statistische Angaben zu Unterricht, Bildung und Forschung – 2016)

- L’état de l’enseignement supérieur et de la recherche (n°10 – avril 2017) (Stand der Hochschullehre und der Forschung)

- Projet de loi sur l’enseignement supérieur et la recherche (Gesetzesentwurf zur Hochschullehre und Forschung

- Recherche et développement, innovation et partenariats 2009 (Forschung und Entwicklung, Innovation und Partnerschaften 2009)

[1Der Impact-Faktor eines Landes ist das Verhältnis aus seinem weltweiten Anteil an Zitationen und seinem weltweiten Anteil an Veröffentlichungen.

Letzte Änderung 15/12/2017

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